Was ist Tinnitus?

„In einem Ohr zirpt nachts, so dünkt mich, eine Grille, im anderen hockt ‘ne Spinne, keins zum Hören taugt...“
So beschrieb Michelangelo seine Erfahrung mit Hörverlust und Tinnitus, und es ist kein Wunder, dass er für seine Beschreibung Metaphern wählte: Es kann schwierig sein, anderen Menschen Tinnitus zu erklären.

Tinnitus wird oft auch „Ohrensausen“ oder „Ohrgeräusch“ genannt. Die meisten Betroffenen berichten von einem gleichbleibend hohen Pfeifton, der kommt und geht. Andere hören ein Summen, Kreischen, Zischen oder Rauschen. Dabei handelt es sich um Phantomgeräusche, die nur der Betroffene hören kann und die irgendwo in der Hörbahn der Person entstehen. Das Phantomgeräusch kann in beiden Ohren gleich sein, ist oft jedoch etwas unterschiedlich.

Tinnitus ist keine Erkrankung oder Funktionsstörung, sondern ein Symptom. Es gibt eine Reihe von körperlichen Problemen, die zur Entwicklung von Tinnitus führen können. Gemäß der Fachliteratur gehören zu den häufigen Ursachen:

● Hörverlust
● Ohrenentzündung oder Verschluss des Hörgangs
● Kopf- und Halsverletzungen
● Medikamente

Tinnitus hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Betroffenen. Manche Menschen stört Tinnitus kaum, bei anderen kann die Lebensqualität stark beeinträchtigt sein. Einige Menschen mit Tinnitus leiden auch an:

● Müdigkeit
● Stress
● Schlafstörungen
● Konzentrationsstörungen
● Gedächtnisstörungen
● Depression
● Angst und Reizbarkeit
● Kopfschmerzen
● Probleme bei der Arbeit und im Privatleben

Was sollte ich tun, wenn ich Tinnitus habe?

Wenn sich bei Ihnen ein Tinnitus entwickelt hat, sollten Sie als Erstes zum Hausarzt gehen. Der Hausarzt kann ermitteln, ob vielleicht eine einfache Ursache vorliegt. Der Hausarzt überweist Sie unter Umständen an einen Facharzt.

Eine Ursache kann in den meisten Fällen nicht sofort festgestellt werden und bleibt sehr häufig unbekannt. Die beste Strategie für die meisten Betroffenen ist es, die Auswirkungen von Tinnitus zu reduzieren. So können die Betroffenen bequem leben, ohne dass der Tinnitus sie „in den Wahnsinn treibt“.

Bei 90 % aller Menschen, die an Tinnitus leiden, wird außerdem ein Hörverlust festgestellt. Wenn Sie Tinnitus haben, ist ein Hörtest daher eine gute Idee.

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Manchmal klingt der Tinnitus auch von allein wieder ab. Meistens wird man einen Tinnitus jedoch nicht einfach wieder los. Seine Wirkung kann jedoch gelindert werden und damit die Auswirkung auf das Leben.

Hörtraining mit der Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) – Eine TRT wird gewöhnlich von Spezialkliniken zur Tinnitus-Behandlung angeboten und umfasst eine Kombination aus Beratung und Geräuschverdrängungsstrategien. Einige Studien belegen, dass nach einer ausreichend langen TRT Betroffene den Tinnitus anders und weniger wahrnehmen und gelassener mit ihm umgehen können.
Verdrängung des Tinnitus – Zu den hilfreichsten Methoden für unmittelbare Erfolge sind Verdrängungsstrategien. Wenn Sie kaum wahrnehmbares weißes Rauschen oder andere kontinuierliche Geräusche hören, lenkt das Gehirn die Konzentration unbewusst auf andere Dinge und weg vom Tinnitus.
Naturgeräusche – Es ist belegt, dass einige Betroffene den Stress durch Tinnitus reduzieren können, indem sie sich bei YouTube Naturgeräusche wie fließendes Wasser, Vogelgesang, das Rascheln von Blättern oder eine Kombination solcher Geräusche anhören. Dies ist insbesondere über kurze Zeitspannen nützlich, z. B. beim Einschlafen oder beim leisen Arbeiten.

Tinnitus-Linderung mit Hilfe von Phonak Hörgeräten

Hörgeräte verstärken
Bei einer Kombination von Tinnitus mit Hörverlusten verbessern Hörgeräte nicht nur das Hören, sondern sind auch eine hervorragende Methode im Umgang mit Tinnitus. Einige Menschen berichten, dass durch die Verstärkung von Frequenzen, die sie weniger gut hören, auch die Tinnitus-Symptome abnehmen. Daher können Tinnitus-Symptome unter Umständen durch einfaches Tragen von Hörgeräten erheblich reduziert werden.

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Hörgeräte streamen
Die Hörgeräte-Produktfamilie Phonak Paradise bietet Bluetooth-Funktionalität. Von Tinnitus Betroffene können leise Musik oder Naturgeräusche direkt in die Hörgeräte übertragen, wenn sie der Tinnitus besonders plagt. Dies kann diskret erfolgen, ohne Menschen in der nahen Umgebung des Hörgeräteträgers zu stören.

Hörgeräte verdrängen
Die Paradise Hörgeräte von Phonak eignen sich auch für Verdrängungsstrategien, die auf Knopfdruck ein- und ausgeschaltet werden können. Zur Verdrängung dienen unterschiedlich verstärktes weißes Rauschen, 1/f-Rauschen oder andere Geräuschquellen, die sich bei den Betroffenen als hilfreich herausgestellt haben.

In einer internen Studie im Jahr 2014 wurde festgestellt, dass die Verdrängungstechnologie von Phonak fast allen Hörgeräteträgern geholfen hat. Nach drei Monaten Tragezeit gaben 80 % der Studienteilnehmer an, den Tinnitus im Vergleich zum Studienbeginn besser ertragen zu können.

Wenn Sie an Tinnitus und/oder Hörverlust leiden, machen Sie doch noch heute einen Termin für einen Hörtest und finden Sie heraus, was moderne Hörgeräte für Sie tun können.